Der hintere Oberkiefer grenzt an die Kieferhöhlen, die direkt über den Wurzeln der Backenzähne liegen; nach Zahnverlust senkt sich die Kieferhöhle ab, der Knochen baut sich ab, und für ein Implantat bleibt womöglich nicht genug vertikale Höhe. Beim Sinuslift wird die Kieferhöhlenmembran behutsam angehoben und in den entstandenen Raum Knochenersatzmaterial eingebracht, um dem Implantat ein Fundament zu bereiten; in unserer Dental Prime Klinik wird der Eingriff unter DVT-Führung geplant.
Warum ist ein Sinuslift nötig?
Nach einer Zahnentfernung im Oberkiefer laufen zwei Prozesse gleichzeitig ab: Der Knochen in dem Bereich beginnt sich abzubauen, weil er keine Belastungsreize mehr erhält, und die Kieferhöhle dehnt sich nach unten aus. Kommen beide zusammen, bleibt womöglich nicht genug vertikale Knochenhöhe, um ein Implantat sicher zu tragen.
Ein in unzureichenden Knochen gesetztes Implantat findet nicht den nötigen Halt. Der Sinuslift lässt sich mit dem Anheben der Decke eines niedrigen Raumes vergleichen: Die Kieferhöhlenmembran wird behutsam nach oben angehoben, und in den entstandenen Raum wird Knochenersatzmaterial eingebracht, das ein neues Knochenvolumen für das Implantat schafft.
Offene und geschlossene Technik
Der Sinuslift kann mit zwei verschiedenen Techniken durchgeführt werden. Wird mehr Knochenvolumen benötigt, wird die offene Technik bevorzugt: Über ein kleines Fenster in der seitlichen Kieferhöhlenwand wird die Membran großflächig angehoben und das Aufbaumaterial eingebracht.
Bei geringerem Knochenbedarf kommt die geschlossene Technik zum Einsatz, bei der über das für das Implantat vorbereitete Bohrloch gearbeitet wird. Diese Methode ist weniger invasiv und wird in der Regel in derselben Sitzung wie das Einsetzen des Implantats durchgeführt. Welche Technik geeignet ist, richtet sich nach der in der DVT-Aufnahme gemessenen vorhandenen Knochenhöhe.
Eingriff und Heilungsverlauf
Der Eingriff wird unter Lokalanästhesie komfortabel durchgeführt. Reicht die vorhandene Knochenhöhe für die Primärstabilität des Implantats aus, können Sinuslift und Implantation in derselben Sitzung erfolgen; reicht sie nicht, wird zunächst die Reifung des Aufbaumaterials abgewartet, und das Implantat wird in einem zweiten Schritt eingesetzt.
Die Reifung des eingebrachten Knochens ist von Fall zu Fall unterschiedlich und dauert in der Regel 6-9 Monate. Am Ende dieser Zeit wird der Bereich erneut beurteilt, und die Implantate werden sicher eingesetzt.
Worauf nach dem Eingriff zu achten ist
Bewegungen, die Druckänderungen im Bereich der Kieferhöhle erzeugen, können die heilende Membran und das Aufbaumaterial belasten. In den ersten Wochen nach dem Eingriff werden Sie deshalb gebeten, folgende Regeln zu beachten:
- Schnäuzen Sie sich nicht die Nase; wischen Sie Nasensekret sanft ab
- Wenn Sie niesen müssen, niesen Sie mit offenem Mund
- Benutzen Sie keinen Trinkhalm, blasen Sie keine Luftballons auf, spielen Sie keine Blasinstrumente
- Fragen Sie vor Aktivitäten mit Druckänderungen wie Flugreisen oder Tauchen Ihren Behandler
- Rauchen Sie nicht; nehmen Sie die empfohlenen Medikamente regelmäßig ein
Die Behandlung Schritt für Schritt
Beurteilung mit DVT
Die Grenzen der Kieferhöhle und die vorhandene Knochenhöhe werden mit dreidimensionaler Bildgebung millimetergenau vermessen.
Technikauswahl und Planung
Je nach Knochenbedarf wird die offene oder die geschlossene Technik gewählt; die Möglichkeit einer gleichzeitigen Implantation wird geprüft.
Eingriff
Unter Lokalanästhesie wird die Kieferhöhlenmembran behutsam angehoben, und in den geschaffenen Raum wird Knochenersatzmaterial eingebracht.
Reifung des Aufbaumaterials
Der eingebrachte Knochen reift heran; diese Zeit variiert je nach Fall und liegt meist zwischen 6 und 9 Monaten.
Implantatphase
Sobald ausreichend Knochenvolumen entstanden ist, werden die Implantate an den geplanten Positionen eingesetzt.




