Unsere Priorität ist immer der Erhalt des Zahns; ist ein Zahn jedoch durch fortgeschrittene Karies, eine Fraktur oder eine Zahnfleischerkrankung nicht mehr zu retten, kann die Extraktion der richtige Schritt für die Mundgesundheit sein. In unserer Dental Prime Klinik fällt die Entscheidung zur Extraktion erst, nachdem alle Alternativen geprüft wurden; die Milchzahnentfernung bei Kindern wird mit kinderzahnärztlichem Ansatz — geduldig und einfühlsam — begleitet.
Wann kommt eine Zahnextraktion in Frage?
In der modernen Zahnmedizin ist die Extraktion die letzte Option; ein Zahn, der sich mit Füllung, Wurzelkanalbehandlung oder Zahnfleischbehandlung retten lässt, wird nicht gezogen. Die Extraktion wird geplant, wenn der Zahn nicht mehr gesund im Mund gehalten werden kann:
- Karies und Substanzverlust, die zu weit fortgeschritten sind, um den Zahn mit Füllung oder Wurzelkanalbehandlung zu restaurieren
- Frakturen auf Wurzelniveau oder bis unter den Zahnfleischrand
- Verlust des stützenden Knochens und Lockerung durch fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung
- Entzündungsherde, die auf die Behandlung nicht ansprechen
- Wenn der kieferorthopädische Behandlungsplan die Extraktion zur Platzgewinnung erfordert
Milchzahnentfernung bei Kindern
Als Kinderzahnärztin (Doz. Dr. Sezin Özer) versuche ich, Milchzähne bis zu ihrem natürlichen Ausfallzeitpunkt im Mund zu erhalten, denn Milchzähne dienen neben Kauen und Sprechen als natürliche Platzhalter, die den Platz des darunter nachrückenden bleibenden Zahns sichern.
Dennoch kann bei tiefer Karies, einem auf die Behandlung nicht ansprechenden Abszess oder einem irreparablen Traumaschaden die Entfernung eines Milchzahns nötig werden. Für die Lücke eines früh entfernten Milchzahns plane ich bei Bedarf einen Platzhalter; so soll verhindert werden, dass die Nachbarzähne in die Lücke kippen und sich später ein Engstand entwickelt. Die Behandlungssitzung in einer dem Alter des Kindes angemessenen Sprache zu führen — ohne Angst zu machen und indem ich sein Vertrauen gewinne — ist mir ebenso wichtig wie der Eingriff selbst.
Die Extraktionsentscheidung nach einem Trauma
Nach Stürzen und Stößen können Zähne frakturieren, sich verlagern oder vollständig herausgeschlagen werden. Nicht jeder verletzte Zahn wird entfernt; viele Zähne lassen sich durch Zurücksetzen, Schienung oder eine Wurzelkanalbehandlung retten. Die Entscheidung fällt daher nicht überstürzt, sondern anhand der Untersuchungs- und Röntgenbefunde.
Bei Milchzahntraumata ist meine Priorität, den im Kiefer heranreifenden bleibenden Zahnkeim zu schützen. Während bei einem stark verlagerten Milchzahn, der auf den bleibenden Zahnkeim drückt, eine Entfernung nötig werden kann, werden viele verletzte Milchzähne lediglich regelmäßig weiter beobachtet. Nach einem Trauma möglichst rasch zur Untersuchung zu kommen, ist sehr wertvoll, damit die richtige Entscheidung rechtzeitig getroffen werden kann.
Wie läuft die Extraktion ab?
Vor der Extraktion wird der Bereich mit Lokalanästhesie vollständig betäubt; Ziel ist, dass während des Eingriffs keine Schmerzen spürbar sind — lediglich ein Druckgefühl kann bleiben. Die meisten durchgebrochenen Zähne werden mit einer einfachen Extraktion in kurzer Zeit entfernt.
Bei Zähnen, die auf Wurzelniveau frakturiert sind, gekrümmte Wurzeln haben oder im Knochen eingeschlossen sind, kann ein kleiner chirurgischer Zugang nötig sein. In beiden Fällen ist das Ziel, den Zahn behutsam zu entfernen und dabei den umgebenden Knochen und das Zahnfleisch so weit wie möglich zu erhalten; der erhaltene Knochen ist zugleich ein wertvolles Fundament für ein mögliches späteres Implantat.
Pflege nach der Extraktion und die Zukunft der Lücke
Das Blutgerinnsel, das sich in der Extraktionswunde bildet, ist die Grundlage der Heilung. Da ein früher Verlust des Gerinnsels zu einer schmerzhaften Wundheilungsstörung namens Alveolitis führen kann, sollte man in den ersten Tagen auf Spucken, Trinkhalme, heiße Speisen und Rauchen verzichten.
Bleibt eine Extraktionslücke bei Erwachsenen lange unversorgt, beginnt der Knochen in dem Bereich sich abzubauen, und die Nachbarzähne kippen in die Lücke. Deshalb ist es für die langfristige Mundgesundheit wichtig, nach der Extraktion Optionen wie Implantat und Brücke zum geeigneten Zeitpunkt zu prüfen — und bei Kindern, wo nötig, einen Platzhalter zu planen.
Die Behandlung Schritt für Schritt
Untersuchung und Röntgen
Der Zustand des Zahns wird mit klinischer Untersuchung und Röntgen beurteilt; Wurzelanatomie und Nachbargewebe werden betrachtet.
Prüfung der Alternativen
Die Chancen, den Zahn mit Füllung, Wurzelkanal- oder Zahnfleischbehandlung zu retten, werden geprüft; die Extraktion wird als letzte Option geplant.
Lokalanästhesie und Extraktion
Der Bereich wird vollständig betäubt; der Zahn wird unter Schonung des umliegenden Gewebes behutsam entfernt.
Tupfer und Heilungsempfehlungen
Zur Blutstillung wird ein Tupfer aufgelegt; der Schutz des Gerinnsels und Empfehlungen zur Ernährung werden erklärt.
Planung für die Lücke
Bei Kindern wird bei Bedarf ein Platzhalter geplant, bei Erwachsenen werden Implantat- oder Prothesenoptionen zum geeigneten Zeitpunkt geprüft.




