Die Zahnfleischbehandlung umfasst alle Maßnahmen, mit denen Erkrankungen wie Gingivitis und Parodontitis unter Kontrolle gebracht werden – Erkrankungen, die sich durch Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang, Empfindlichkeit und Mundgeruch bemerkbar machen. In unserer Praxis führt unser Spezialist für Zahnfleischerkrankungen und Parodontalchirurgie (Parodontologie) diese Behandlungen nach einem individuellen Plan durch, der auf einer gründlichen Untersuchung und Röntgenauswertung beruht. Ziel ist es, die Ursache der Entzündung zu beseitigen und ein funktionell wie ästhetisch gesundes Mundmilieu dauerhaft zu erhalten.
Wie entsteht eine Zahnfleischerkrankung?
Hauptverursacher ist der bakterielle Zahnbelag (Plaque) – ein farbloser, klebriger Film, der sich auf die Zahnoberflächen und vor allem auf die empfindliche Grenze zwischen Zahn und Zahnfleisch legt. Beim Abbau von zucker- und kohlenhydrathaltiger Nahrung geben diese Bakterien Säuren und Giftstoffe ab, die das Zahnfleisch schädigen; die erste Antwort des Körpers auf diesen Angriff ist eine Entzündung. Das Zahnfleisch rötet sich, schwillt an und wird empfindlich.
Wird die Plaque nicht durch regelmäßiges Putzen und Zahnseide entfernt, verhärtet sie sich mit den Kalzium- und Phosphatmineralien des Speichels zu Zahnstein. Dessen raue Oberfläche bietet neuen Bakterienbelägen idealen Halt und lässt sich mit der Zahnbürste nicht mehr beseitigen. Ab diesem Punkt ist eine professionelle Behandlung nötig, um die Entzündungsquelle zu entfernen.
Gingivitis und Parodontitis: zwei Stadien einer Erkrankung
Die Gingivitis ist das erste und mildeste Stadium: Die Entzündung beschränkt sich auf das Zahnfleisch; die Fasern, die den Zahn im Knochen verankern, und der umgebende Knochen sind noch nicht betroffen. Ihre wichtigste Eigenschaft ist die Umkehrbarkeit – mit einer professionellen Reinigung und wirksamer täglicher Mundpflege kann das Zahnfleisch wieder gesund werden.
Bleibt die Gingivitis unbehandelt, kann sich die Entzündung unter den Zahnfleischrand ausbreiten und in eine Parodontitis übergehen. In diesem Stadium werden die stützenden Fasern und der Knochen abgebaut; zwischen Zahn und Zahnfleisch bilden sich immer tiefere parodontale Taschen. Der durch Parodontitis verursachte Knochenverlust bildet sich nicht von selbst zurück – deshalb ist die frühe Diagnose so wichtig.
- Gingivitis betrifft nur das Zahnfleisch; Parodontitis greift auch den Knochen an
- Gingivitis ist umkehrbar; der Knochenverlust der Parodontitis ist bleibend
- Bei Gingivitis entstehen keine Taschen; vertiefte Taschen sind das Leitzeichen der Parodontitis
- Bei fortgeschrittener Parodontitis können sich Zähne lockern und verschieben
Die richtige Diagnose: Untersuchung, Sondierung und Röntgen
Der erste Schritt einer erfolgreichen Behandlung ist eine vollständige Diagnose. Sie beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über den allgemeinen Gesundheitszustand, eingenommene Medikamente und Risikofaktoren wie das Rauchen; anschließend werden Farbe und Beschaffenheit des Zahnfleischs sowie die Plaqueansammlung im Mund untersucht.
Das wichtigste Diagnoseinstrument ist die parodontale Sondierung: Mit einer feinen, millimetergenau markierten Messsonde wird an sechs Punkten um jeden Zahn die Tiefe der Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch gemessen. Bei gesundem Zahnfleisch beträgt sie in der Regel 1-3 mm; Werte ab 4 mm können auf ein Fortschreiten der Erkrankung hinweisen. Um zu erkennen, was im Knochen unter dem Zahnfleisch geschieht, gehören Röntgenaufnahmen fest zur Diagnostik: Sie zeigen Ausmaß, Form und Verteilung des Knochenabbaus und lenken den Behandlungsplan.
Behandlungsmöglichkeiten: von der Reinigung bis zur Chirurgie
Die erste Behandlungsphase ist fast immer nicht-chirurgisch. Im Gingivitis-Stadium genügen meist eine professionelle Zahnreinigung und das Einüben der richtigen Mundpflege. Bei Parodontitis besteht die Basistherapie aus Zahnsteinentfernung und Wurzelglättung (Kürettage): Zahnstein und Bakteriengifte, die sich in den Taschen unter dem Zahnfleisch angesammelt haben, werden unter örtlicher Betäubung sorgfältig entfernt. In ausgewählten Fällen können lokal wirkende antimikrobielle Mittel die Behandlung ergänzen.
Nach der Anfangsbehandlung wird das Heilungsergebnis neu bewertet. Bleiben hartnäckige tiefe Taschen bestehen oder ist der Knochenabbau weit fortgeschritten, kommen chirurgische und regenerative Verfahren infrage – etwa eine Lappenoperation, ein Knochenaufbau, die gesteuerte Geweberegeneration oder Weichgewebstransplantate. Welche Methode geeignet ist, wird anhand des Krankheitsstadiums, der Form des Knochenabbaus und des allgemeinen Gesundheitszustands entschieden.
Zahnfleischgesundheit, Allgemeingesundheit und Vorsorge ab der Kindheit
Parodontitis ist kein Problem, das auf den Mund beschränkt bleibt. Wissenschaftliche Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Zahnfleischerkrankungen und systemischen Zuständen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwerer einstellbarem Diabetes, Atemwegserkrankungen und ungünstigen Schwangerschaftsverläufen. Die Zahnfleischbehandlung sollte deshalb auch als Teil des Schutzes der Allgemeingesundheit verstanden werden.
Die Grundlage gesunden Zahnfleischs wird in der Kindheit gelegt. Zahnfleischbluten und Gingivitis kommen auch bei Kindern vor; in unserer auf Kinderzahnheilkunde spezialisierten Praxis lernen Kinder von klein auf die richtige Putztechnik, und bei Zahnfleischproblemen werden unsere kleinen wie erwachsenen Patienten gemeinsam mit unserem Parodontologen betreut.
Die Behandlung Schritt für Schritt
Untersuchung und parodontale Sondierung
Der allgemeine Gesundheitszustand wird erfragt; das Zahnfleisch wird untersucht und die Taschentiefe an jedem Zahn gemessen.
Röntgen und Stadienbestimmung
Der Knochenabbau wird im Röntgenbild beurteilt; das Krankheitsstadium wird bestimmt und ein individueller Behandlungsplan erstellt.
Anfangsbehandlung
Zahnstein wird entfernt und bei Bedarf die Wurzeloberfläche geglättet; die richtige Mundpflege wird praktisch eingeübt.
Neubewertung
Nach etwa 4-6 Wochen wird das Heilungsergebnis kontrolliert; falls nötig, werden chirurgische oder regenerative Verfahren geplant.
Erhaltung und Nachsorge
Regelmäßige unterstützende Nachsorgetermine sollen ein Wiederaufflammen der Erkrankung verhindern.




